15.12.2017
Kategorie: News

Junge Forstwissenschaftlerin erhält den Thurn und Taxis Förderpreis 2017 für exzellente Tropenwaldforschung


v.l.n.r.: Festredner Prof. Dr. Reinhard Kienberger (TUM), Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, Preisträgerin Dr. Angela Luciana de Avila, Doktorvater Prof. Dr. Jürgen Bauhus (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Studiendekan Prof. Dr. Michael Suda (TUM) (Bild: C. Josten/ZWFH Weihenstephan)

v.l.n.r.: Festredner Prof. Dr. Reinhard Kienberger (TUM), Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, Preisträgerin Dr. Angela Luciana de Avila, Doktorvater Prof. Dr. Jürgen Bauhus (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Studiendekan Prof. Dr. Michael Suda (TUM) (Bild: C. Josten/ZWFH Weihenstephan)

Traditionell in der Weihnachtszeit wird im würdevollen Ambiente des Schlosses St. Emmeram in Regensburg der Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft an junge, exzellente Nachwuchswissenschaftler verliehen. Am 13. Dezember 2017 überreichte Ihre Durchlaucht Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zusammen mit Prof. Dr. Michael Suda, Studiendekan der Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der Technischen Universität München, den mit 6.000 Euro dotierten Förderpreis an Frau Dr. Angela Luciana de Avila.

Frau Dr. Angela Luciana de Avila hat mit ihrer Dissertation an der Professur für Waldbau der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg einen wesentlichen Beitrag zu den wissenschaftlichen Grundlagen einer nachhaltigen Bewirtschaftung tropischer Regenwälder geleistet. Für die Untersuchung der Frage, ob diese Wälder aus ökologischer Perspektive nachhaltig bewirtschaftet werden können, hat sie ein dreißigjähriges Experiment zum Einfluss der Bewirtschaftungsintensität im brasilianischen Amazonas analysiert.

Mit ihren Ergebnissen konnte Dr. de Avila sehr eindrucksvoll zeigen, dass eine Erholung der Baumartenzusammensetzung, der Kohlenstoffspeicherung und der nutzbaren Holzvorräte in einem Zeitraum von 30 Jahren nach selektiver Nutzung und Durchforstung möglich ist, wenn die Nutzungsintensität einen bestimmten Wert nicht übersteigt (hier ca. 20% der ursprünglichen Bestandsgrundfläche). Die Resilienz dieser Wälder hängt dabei hauptsächlich von der Bewirtschaftungsintensität (Holzernte und Durchforstung) ab. Wohingegen andere Eigenschaften der Wälder nach der Nutzung, wie beispielsweise der Baumartenreichtum, nur einen sehr geringen Einfluss auf die Erholung haben. Diese Ergebnisse zeigen auf der einen Seite, dass diese Wälder deutlich robuster sind gegenüber Störungen, als dies gemeinhin angenommen wird. Auf der anderen Seite verdeutlicht ihre Untersuchung, dass die Art und Intensität der Ernte und waldbaulicher Eingriffe sorgfältig gesteuert werden muss, um eine rasche Erholung der Ökosystemfunktionen zu gewährleisten.

Mit dem 1978 gestifteten Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft sollen nach dem Willen des Stifters, S.D. Johannes Fürst von Thurn und Taxis, junge Akademiker ausgezeichnet werden, die sich durch hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Forstwissenschaften hervorgetan haben. Jedes Jahr ehrt das Preiskuratorium einen außergewöhnlichen Nachwuchswissenschaftler einer in- oder ausländischen forstwissenschaftlichen Fakultät oder Forschungsanstalt.